Höhlung im Baum: Gefahr oder wertvoller Lebensraum?

Wie gefährlich sie ist, wer darin wohnt – und was dann gilt.

Die Kurzantwort

Eine Höhlung kann die Stabilität eines Baums schwächen – sie kann aber genauso ein wertvoller Lebensraum sein, für Spechte, Meisen, Eulen oder Fledermäuse. Oft ist sie beides. Ob von ihr eine Gefahr ausgeht und ob sie bewohnt ist, lässt sich nur vor Ort klären.

Wie entstehen Höhlungen?

Meist beginnt es mit einer Verletzung: einem abgebrochenen Ast, einer Wunde am Stamm oder einem alten Schnitt. Pilze dringen ein und zersetzen das Holz langsam von innen. Spechte zimmern ihre Höhlen bevorzugt in solches weiches Holz – und wenn sie ausziehen, ziehen andere ein.

Ist der Baum noch sicher?

Das hängt weniger davon ab, wie groß die Höhlung ist, sondern davon, wie viel gesundes Holz drumherum noch steht – und wo sie sitzt. Ein Baum kann mit einer Höhlung jahrzehntelang stabil bleiben. Er kann aber auch an genau dieser Stelle brechen. Wie es um Ihren Baum steht, sehen wir uns vor Ort an. In schwierigen Fällen ziehen wir Fachleute aus unserem Netzwerk hinzu, zum Beispiel einen Baumgutachter.

Wer wohnt in der Höhlung?

Höhlungen sind begehrt: Spechte, Meisen, Kleiber, Eulen, Fledermäuse, Siebenschläfer, Hornissen und viele Insekten nutzen sie. Von außen sieht man das meist nicht. Deshalb prüfen wir verdächtige Höhlungen und Spalten, bevor gesägt wird:

  • Endoskop: Damit schauen wir direkt in die Höhlung.
  • Wärmebildkamera: Sie zeigt Tiere, die sich in der Höhlung oder hinter der Rinde verstecken.
  • Ultraschallmikrofon: Es macht die Rufe von Fledermäusen hörbar.
  • Wildkamera: Sie zeigt über mehrere Tage oder Nächte, ob die Höhlung genutzt wird.

Was gilt, wenn die Höhlung bewohnt ist?

Brütet ein Vogel darin, wird nicht gefällt, bis die Brut abgeschlossen ist. Mit der Wildkamera sehen wir, wann die Jungvögel ausgeflogen sind – dann kann es weitergehen.

Fledermäuse sind streng geschützt. Ein Baum, in dem Fledermäuse leben, darf in der Regel überhaupt nicht gefällt werden. Geschützt sind sogar Bäume, die im Einflugkorridor einer Fledermauskolonie stehen. Umso wichtiger ist es, vorher genau hinzusehen.

Was man tun kann

  • Stehen lassen und beobachten: Ist der Baum noch stabil, kann er bleiben.
  • Krone einkürzen: Weniger Last in der Krone entlastet den geschwächten Stamm.
  • Habitatstamm: Ist die Krone nicht mehr zu halten, bleibt der Stamm mit der Höhlung stehen – als Lebensraum. Das geht dort, wo er niemanden gefährden kann.
  • Fällen: Wenn der Baum nicht mehr sicher ist, die Höhlung unbewohnt ist und er über Haus, Weg oder Spielplatz steht – oder wenn Sie ihn schlicht nicht mehr haben möchten.

Was passt, hängt vom Baum, seinen Bewohnern, dem Standort und von Ihnen ab. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten, Sie entscheiden.

Mehr dazu: Ist mein Baum noch sicher? · Baum fällen im Sommer – darf man das? · Baumfällung

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